Tschudi-Museum

Dieses Gut wurde mehr als fünfzig Jahre vom Schweizer Arzt, Diplomaten, Naturforscher und Universalgelehrten Johann Jakob von Tschudi bewohnt. Das Augenmerk dieses Hofes richtet sich wohl auf den peruanisch-schweizerischen Holzbalkon seines Ordinations- und Arbeitszimmers. Diesen hat Johann Jakob von Tschudi von einen seiner vielen Forschungsreisen in Südamerika mit nach Lichtenegg genommen. Im Jahre 1952 wurde der Hof von "Jakobshof" in "Tschudihof" umbenannt. Johann Jakob von Tschudi hat in Lichtenegg ein Stück Heimat gefunden und liegt auch in Lichtenegg begraben. Im Umfeld des Hofes sind einige monumentale exotische Baumarten aus der Zeit Tschudis erhalten geblieben.

Johann Jakob von Tschudi, geb. 1818 in Glarus, Schweiz, gestorben 1889 in Lichtenegg. Der Naturforscher, Kunst- und Sprachwissenschafter, Arzt und Reiseschriftsteller, bereiste Chile und Peru im Auftrag des Naturwissenschaftlichen Museums in Neuenburg, schrieb die „Fauna Peruana“ und die „Antiquitades Peruanas“ als heute noch gültige Standardwerke für Südamerika, verfasste eine Sprachlehre und ein Lexikon der Ketchuasprache sowie ein zweibändiges und ein dreibändiges Reisewerk über Südamerika. Tschudi war auch Gesandter der Schweiz am Kaiserhof in Brasilien und später am Kaiserhof in Wien. 1988 und 1989 wurde das Werk dieses großen Universalisten der Wissenschaft, einem der letzten dieser Spezies, in einer großen Gedenkausstellung in der Buckligen Welt und in seinem Heimatkanton in der Schweiz gebührend gewürdigt.
Tschudi war mit Ottilie Schnorr von Carolsfeld, der Tochter des Malers Ludwig Schnorr von Carolsfeld verheiratet.

Deren Sohn war Dr. Hugo von Tschudi, geb. 1851 in Lichtenegg, verstorben 1911 in Bad Canstatt, beerdigt in Lichtenegg im Grab seiner Eltern.
Hugo Tschudi erbte wohl von seiner Mutter die künstlerische Begabung und von seinem Vater den Drang zum Forschen. Nach seinem Studium in Wien ging er kurz nach Rom und wurde Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerien in Berlin. Tschudi ging später nach München, wo er die königlichen Sammlungen in der Pinakathek betreute und in diesem Museum den Grundstock für die heute noch bedeutenden Bestände an Werken französischer Impressionisten legte.